Modulare Dosierzelle steigert Qualität und erlaubt kürzere Taktzeiten

Der Klebetechnikspezialist SCA stellt auf der Bondexpo neue Kompaktzellen für Kleb- und Dichtapplikationen vor, die sich durch kurze Lieferzeiten auszeichnen. Das System ist modular aufgebaut und kann an Montagelinien auch nachgerüstet werden.

Eine modular aufgebaute Kompaktzelle zum Verkleben oder Abdichten von Bauteilen unterschiedlichster Größe steht im Mittelpunkt des Messestandes von SCA auf der diesjährigen Bondexpo (Halle 9, Stand 9218). Die internationale Fachmesse für Klebtechnologie findet vom 5. bis 8. Oktober in Stuttgart statt.

"Mit dieser Komplettlösung können zum Beispiel Automobilhersteller oder Zulieferer steigenden Qualitätsanforderungen begegnen oder variabel auf wechselnde Taktzeiten reagieren", erklärt Cornelius Aichele, Produktmanager bei der SCA Schucker GmbH & Co. KG in Bretten. Die Zellen sind prinzipiell für den Stand-alone-Einsatz konzipiert, können aber auch in eine Fertigungslinie integriert werden. "Wenn die Stückzahlen steigen sollen, lässt sich das System ideal als Ergänzung anderer Fügeprozesse in die vorhandenen Montageabläufe einbeziehen." So kann zum Beispiel ein Bauteil, das bisher manuell verklebt und verschraubt wird, zum Teil automatisch bearbeitet werden. Dazu erhält es zunächst in der Zelle per Roboter den Kleb- oder Dichtstoffauftrag und wird dann an der benachbarten Station manuell verschraubt. Auch die Kombination mit Stanzniet- oder Schweißprozessen seien denk- und umsetzbar, betont Aichele.

Die Zellen können mit Robotern unterschiedlicher Traglastklassen oder auch Portal-Achsensystemen ausgerüstet werden. Damit lassen sie sich flexibel an unterschiedliche Prozesssituationen anpassen. Für Bauteile, die in dreidimensionalen Konturen abgefahren werden müssen, eignen sich Roboter besser. Achssysteme wiederum haben sich bei zweidimensionalen Auftragssituationen bewährt.

Potenzial der Klebetechnik für Verbundbauweisen

Eine komplett ausgestattete Zelle besteht im Wesentlichen aus den Modulen Aktorik (Roboter oder Achsensystem), Materialförderung, pneumatischem oder elektrischem Dosierer, Steuerung, Sicherheitstechnik und optional einem Vision-System. Die Zellengröße wird durch Standard-Sockel skalierbar an die Größe der geplanten Bauteile angepasst. Das können kleine Dachantennen sein, kompakte Motorblöcke oder große Windschutzscheiben. Grundsätzlich sind die Kompaktzellen für Abdichtungsaufgaben sowie für strukturelle Verklebungen mit Ein- und Zwei-Komponenten-Materialien konzipiert.

Die übrigen Komponenten der Zelle richten sich nach dem zu verarbeitenden Kleb- oder Dichtstoff, der gewünschten Dosiergenauigkeit und dem Auftragsbild, der Komplexität der Steuerungsaufgaben oder der Zusatzausstattung. Hierzu zählen etwa Möglichkeiten zur Temperierung des Materials oder die Qualitätssicherung mittels Vision-System; dabei werden Applikationen per Kamera überwacht.

Die jeweils umgesetzte Lösung komme in jedem Fall schlüsselfertig aus dem Hause SCA, unterstreicht Cornelius Aichele, wobei die Lieferzeiten bei Verwendung von Standardkomponenten bei etwa acht Wochen beginnen: "Damit sind wir um etwa ein Drittel schneller, als es bisher auf dem Markt üblich ist!".

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