"Es geht darum, die Qualität zu steigern!"

Über 150 Besucher namhafter Automobilhersteller kamen Mitte Oktober zum Klebetechnikspezialisten SCA im badischen Bretten. Auf seinen Kundentagen stellte das Unternehmen neue Füge-, Dicht- und Klebetechniklösungen speziell für die Automobilindustrie vor. Neben Fachvorträgen zu Materialien und Prozessen standen praktische Vorführungen im Vordergrund.

Innovative Komponenten und Lösungen für Klebeprozesse in der Automobilproduktion zeigte SCA auf seinen Kundentagen, die vom 14. bis 17. Oktober in Bretten stattfanden. Über 150 Besucher von Audi, BMW, Daimler, General Motors, Opel, VW und zahlreichen anderen Herstellern kamen, um sich ganz praxisnah über neue Anwendungsmöglichkeiten zu informieren: Im firmeneigenen Innovation-Center führte SCA die betriebsfähigen Anlagen samt Bauteilen vor.

Qualität sichern, Taktzeiten erhöhen

Im Fokus der Hausmesse standen Lösungen für den Karosseriebau. Mit ihnen können Anwender die Verfügbarkeit der Anlagen steigern, Taktzeiten verkürzen und ihre Prozesse absichern. In einem einführenden Fachvortrag sprach Olaf Leonhardt, Geschäftsbereichsleiter Fahrzeugindustrie, über die heutigen Herausforderungen der Branche an die Klebetechnik. Diese ergeben sich etwa aus neuen Leichtbauweisen. "Um verschiedene Materialien prozesssicher miteinander zu verbinden, gibt es heute sogar schon Drei-Komponenten-Applikationen", sagte Leonhardt. Die dritte Komponente habe die Aufgabe, das Prozessfenster zu vergrößern. Etwa 75 % aller Klebe-Applikationen in der Automobilindustrie entfielen derzeit auf den Rohbau. Dabei sei für alle Applikationsarten, von der klassischen Rundraupe über das Swirlverfahren bis hin zum Flatstream-Auftrag, nur eine Steuerung nötig.

Neue Steuerung erleichtert Fehlersuche

Eine der in Bretten gezeigten Neuheiten war die jüngste Version 3.2 der SYS-6000-Steuerung, die noch mehr Funktionen besitzt und vor allem vernetzt werden kann: Mit der neuen Software lassen sich alle denkbaren Daten der unterschiedlichsten Fertigungsprozesse in einem übergeordneten System darstellen und auswerten. An der im Innovation-Center gezeigten Station, die laut Leonhardt bereits bei einem Automobilhersteller im Einsatz sei, können über die Steuerung Parameter aus vielen verschiedenen Prozessen zentral zusammengeführt werden. "Damit gewinnt unser Kunde einen schnellen Überblick über Effizienz, Verfügbarkeit oder Wartungsstand sowohl der Roboter als auch der Dosiersysteme", erklärte Leonhardt, "und es vereinfacht die Suche nach Fehlern." Denn es gehe vor allem darum: "Die Qualität zu sichern und zu steigern."

An weiteren Stationen zeigte SCA verschiedene Vision-Systeme zur Inspektion von Kleberaupen — zum Teil mit eingebauter Reparaturfunktion. Neu war die Inspektion der Raupenqualität über Lasereinheiten statt per Kamera, wodurch Lichtverhältnisse, Oberflächen oder Materialfarben die Datenerfassung nicht mehr beeinträchtigen.

Bessere Bördelrandverklebung durch E-Swirl

Auch die Verwendung des sogenannten E-Swirl-Verfahrens - bei der der Klebstoff in einer Kreiselbewegung aufgetragen wird - bei einer Bördelrandverklebung kam als praxisnahe und flexible Lösung gut an; denn die flächige Vorbenetzung verbessert die Qualität durch ein größeres Prozessfenster. Die Flexibilität zeigt sich vor allem darin, dass die Düse durch einen Exzenter vom Swirl- auf andere Raupenaufträge umgeschaltet werden kann.

An einer weiteren Station wurden Heißbutyle verarbeitet und über eine Multiachse auf eine Motorhaube aufgetragen. Über dieses Material und seine Einsatzbereiche informierte Thorsten Neeb von Henkel Heidelberg zusätzlich in einem Fachvortrag, in dem er seinen Zuhörern auch die Möglichkeit gab, sich selbst ein Bild von den Materialeigenschaften zu machen.

Als besonders innovativ bezeichneten viele Kunden die Komplettdocking-Station, die einen schnellen Werkzeugwechsel ermöglicht. Der Dosierer kann komplett vom Roboter getrennt werden, der dann für andere Arbeiten frei ist. Der Dosierer wird auch in abgelegtem Zustand weiterhin mit Spannung, Druckluft und Bus-Daten versorgt. Ohne materialführende Schlauchinstallationen am Roboter sind zudem komplexere Fahrbewegungen möglich.

Mit dem Thema Prozesslösungen im Rohbau startete SCA eine Veranstaltungs-Trilogie für die Automobilindustrie, die im kommenden Jahr fortgesetzt wird. Auf "Process Solutions" folgen im Januar 2015 die "Control-Solutions"-Kundentage mit dem Fokus auf Steuerungskonzepten. Komplettiert wird die Reihe von einer Veranstaltung zum Thema "Service Solutions". Hier wird es um die Wartung und Optimierung der Technik sowie die weltweite Unterstützung durch SCA gehen.

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