Eine Steuerung für alle Fertigungsbereiche

Auf der Hausmesse im Januar stellte SCA ein einheitliches Steuerungskonzept für alle Bereiche der Automobilfertigung vor: vom Rohbau über die Lackiererei und den Powertrain bis zur Endmontage. Mit dem Konzept können Anwender Kosten senken und die Qualität steigern. Experten informierten in Fachvorträgen über die Möglichkeiten des Prozessdatenmanagements und über das Zukunftsprojekt Industrie 4.0.

Über 60 Besucher aus der Automobilindustrie, darunter viele Experten aus der Instandhaltung, kamen Ende Januar zum Klebetechnikspezialisten SCA nach Bretten, um sich über ein neues Steuerungskonzept zu informieren: Die Steuerung SYS 6000 V 3.2 kann einheitlich in allen Fertigungsbereichen eingesetzt werden - im Karosseriebau ebenso wie in der Lackiererei, im Powertrain und in der Endmontage. "Damit können unsere Kunden nicht nur Hardwarekomponenten, sondern vor allem auch Know-how zwischen den Abteilungen austauschen", erklärt Olaf Leonhardt, Geschäftsführer der SCA Schucker GmbH & Co. KG in Bretten. Das "Common Systems" genannte Konzept senke unter anderem die Kosten für Schulungen und Ersatzteilbevorratung.

Zudem hat SCA ein neues Produkt, die SYS 6000 Compact, erstmals vorgestellt. Diese Steuerung hat alle Funktionen der SYS 6000 V 3.2, ist aber noch kompakter gebaut: Sicherung und Schutzschalter sind im Pumpenschrank untergebracht, so dass Anwender an der Station viel Platz sparen. Bedient wird sie entweder mit dem Roboterpanel oder einem mobilen Panel.

Einfache Installation der Dosierer

Die SYS 6000 und die SYS 6000 Compact basieren auf Mikroprozessoren mit proprietären Betriebssystemen und sind dadurch wesentlich robuster als IPC-basierte Steuerungen mit Windows als Betriebssystem. Zudem sind die Antriebe der Dosierer mit integrierten Umrichtern ausgestattet, so dass hierfür kein Platz mehr im Schaltschrank benötigt wird. Die Steuerung wird via Hybridkabel mit dem Dosierer verbunden: Das Kabel integriert sowohl die Daten- als auch die Energieleitungen. Die Installation der Dosierer wird dadurch erheblich vereinfacht.

Programmwechsel durch Tausch der SD-Karte

Common Systems konnten sich die Besucher auch in der Praxis anschauen: In seinem Innovation-Center zeigte SCA diverse Klebeanwendungen für verschiedene Fertigungsbereiche. Die Steuerung wurde mittels Hybridkabel an verschiedene Applikationsanlagen angeschlossen. Nacheinander steuerte sie zum Beispiel den Auftrag einer 1-mm-Raupe für eine Zylinderkopfdichtung (Powertrain), eine volumengeregelte Flachstrahl-Applikation und einen druckgeregelten Airless-Auftrag (beide für den Einsatz in der Lackiererei). Zum Wechseln der Programme wurde lediglich eine SD-Karte an der Steuerung ausgetauscht.

Zentrale Zustandsüberwachung aller Systeme

An einer Station im Innovation-Center zeigte SCA verschiedene Bedieneinheiten und Schnittstellen, die es ermöglichen, Systeme unterschiedlich zu bedienen: Der einfachste Fall ist die klassische Bedienoberfläche direkt an der Steuerung. Alternativen sind ein mobiles Panel, ein Roboterpanel oder die webbasierte Bedienung über einen Browser. Vorgestellt wurde daneben eine neue, sehr ergonomische PC-gestützte Bedienoberfläche.

Neu ist auch, dass über eine Webschnittstelle Prozess- und Statistikdaten der SYS 6000 von anderen Softwaretools abgefragt werden können. Diese Daten können Anwender etwa für eine Zustandsüberwachung nutzen oder daraus Wartungskonzepte ableiten. Als Beispiele nannte SCA-Mitarbeiter Dr. Marten Tolk in seinem Fachvortrag die Überwachung von Zählerständen für präventive Wartungen oder die statistische Analyse der Daten ("Data Mining"), um Prozesse zu verbessern oder Fehler aufzudecken.

Zu diesen Themen wird SCA auf den nächsten Kundentagen im März - der letzten Veranstaltung seiner Trilogie für die Automobilindustrie -noch näher informieren: Unter dem Motto "Vol. 3.0: Service Solutions" stehen vom 24. bis 26. März Prozessoptimierungen, Störungsfrüherkennung und vorbeugende Wartung im Mittelpunkt.

Interessenten können sich noch anmelden über: events@sca-solutions.com.

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