7 Millionen Euro für neue Technologien und Arbeitsplätze

Der schwedische Industriekonzern Atlas Copco investiert 7 Millionen Euro in den Ausbau der SCA-Firmenzentrale in Bretten. Der Klebetechnik-Spezialist SCA erweitert sein Innovationszentrum um neue Technologien und schafft weitere Arbeitsplätze. Der erste Spatenstich wurde am 2. November gesetzt.

Ronnie Leten, Vorstandvorsitzender des schwedischen Industriekonzerns Atlas Copco AB, war mit dem gesamten Verwaltungsrat eigens von Stockholm angereist, um am 2. November den „ersten Spatenstich“ zu setzen: und zwar für den Ausbau der Firmenzentrale der SCA Schucker GmbH & Co. KG in Bretten. 7 Millionen Euro investiert der Konzern in den SCA-Standort, um das Innovationszentrum zu erweitern, die Fläche für Büro- und Schulungsräume stark auszubauen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Auch das Logistikzentrum wird eine eigene Halle mit größerem Lager erhalten.

In seiner kurzen Ansprache verrät Ronnie Leten, wie er 2010 einmal inkognito bei SCA war – ein Jahr vor der Übernahme des Brettener Klebe- und Dosiertechnikspezialisten durch Atlas Copco. „Ich war damals schon beeindruckt von den hier entwickelten Technologien und Innovationen“, sagte der Atlas-Copco-CEO. „Das hat sich bis heute nicht verändert. Mein Eindruck ist, dass die Belegschaft hier eine ganz besondere Leidenschaft an den Tag legt und den unbedingten Willen zum Erfolg hat.“ Die Entscheidung für die millionenschwere Investition sei daher sehr leicht gewesen, zumal SCA in einer sehr wachstumsstarken Branche unterwegs sei.

Kompetenz in hybriden Fügetechniken unter einem Dach gebündelt

Ab Herbst 2017 werden Besucher bei SCA in Bretten dann noch mehr Fügetechniken finden können. Vor allem Prozesse aus der Automobilindustrie, mit der SCA etwa 90 % des Umsatzes erwirtschaftet, sollen hier gezeigt werden: „Neben innovativen Ansätzen zur Applikation von Kleb-, Dicht- und Dämmstoffen werden wir hier künftig auch Stanzniet-, Schraub- und Schweißprozesse abbilden“, sagte SCA-Geschäftsführer Olaf Leonhardt. Denn der Trend zum Leichtbau sei in der Automobilindustrie ungebrochen. Um derartige Konstruktionen – und damit Gewichtseinsparungen sowie Senkungen des CO­2-Ausstoßes – zu ermöglichen, seien insbesondere sogenannte „hybride Fügeprozesse“ erforderlich, bei denen Kleb- und andere Fügetechniken kombiniert werden. SCA bündelt die hierfür im Konzern vorhandene Kompetenz und setzt sie mit weiteren Unternehmen der Atlas-Copco-Gruppe in konkrete Lösungen um. Diese werden künftig in Bretten unter einem Dach gezeigt. „Die Bedeutung des Karosseriebaus wird sich unabhängig von den zukünftigen Antrieben – Stichwort Elektromobilität – positiv entwickeln“, ist sich Leonhardt sicher. Derzeit würden bis zu 200 Meter an Kleberaupen und etwa 30 Kilogramm Kleb- und Dämmstoffe in einem Automobil verbaut.

Ein Grußwort richtete anlässlich des Spatenstichs auch der Bürgermeister von Bretten, Michael Nöltner, an die SCA-Belegschaft. Er nannte es im Rückblick augenzwinkernd „eine mutige und weise Entscheidung“, dass die Stadt Bretten seinerzeit das Grundstück und Gebäude finanziert und dem damaligen SCA-Besitzer für zehn Jahre zur Miete überlassen hat, ehe das Unternehmen die Liegenschaften übernahm. Denn die Anzahl an Mitarbeitern und auch die gezahlten Gewerbesteuern seien seither stetig gestiegen. Nöltner wünschte den Anwesenden, dass der gemeinsame Spatenstich das Fundament für weiteres Wachstum legen möge.

SCA hat derzeit weltweit rund 600 Mitarbeiter, davon ist mehr als die Hälfte in Bretten tätig. Hier sind die Entwicklung, Verwaltung und die zentrale Fertigung lokalisiert, außerdem eines von sieben Innovationszentren weltweit. Mit mehreren automatisierten Hybridfüge-Stationen wird SCA ab Herbst 2017 in der Lage sein, für seine Kunden jährlich bis zu 500 Testreihen mit neuen Klebstoffen oder Bauteilen durchzuführen. Damit können industrielle Anwender neue Ideen frühzeitig auf Machbarkeit überprüfen und mit SCA in konkrete Applikationen übersetzen.

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